Begriffsdefinition
Zu den Image Schemata gehören simple Konzepte wie BEHÄLTER, räumliche Dimensionen wie NAH-FERN oder OBEN-UNTEN und basale Kraftrelationen wie BLOCKADE, GEGENKRAFT und TRÄGHEIT. Diese Image Schemata bilden auch die Grundlage zum Verständnis abstrakter Domänen. So wird zum Beispiel die Domäne Zeit auf einem räumlichen Kontinuum von vorn (Zukunft) nach hinten (Vergangenheit) wahrgenommen, die Domäne Wichtigkeit auf einem räumlichen Kontinuum von Zentrum (wichtig) zu Peripherie (unwichtig) oder die Domäne Quantität auf einem Kontinuum von unten (wenig) nach oben (viel) (Johnson, 1987; Lakoff & Johnson, 1999).
Diese Abbildung veranschaulicht den Erwerb der image-schematischen Metapher MEHR IST OBEN – WENIGER IST UNTEN und ihre Umsetzung in verschiedenen Produkten und Benutzungsschnittstellen, wie einem vertikalen Schieberegler, einem Wasserhahn oder einer Spin Box.
Die Theorie der Image Schemata lässt sie sich gut auf den Anwendungsbereich der Gestaltung von Benutzungsschnittstellen technischer Systeme (User Interfaces) übertragen (Bakker et al., 2009; Hurtienne & Israel, 2007; Hurtienne, Israel & Weber, 2008; Hurtienne, Weber & Blessing, 2008; Lund, 2003). Image Schemata sind Teil des Vorwissens der Benutzer auf dem sensumotorischen Level und werden automatisch aktiviert. Intuitive Benutzbarkeit besteht genau darin, dieses Vorwissen bei der Gestaltung einer Schnittstelle zu nutzen. Wenn die Gestaltung eines User Interfaces zu den unbewussten „mentalen Patterns“ der Benutzer passt, dann führt dies zu intuitiver und damit effektiverer Interaktion.
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Abbildung: Veranschaulicht den Erwerb der image-schematischen Metapher MEHR IST OBEN – WENIGER IST UNTEN
Titel: Informationsdokument zur Methode der Image Schemata. Autorin: Diana Löffler, Technische Universität Berlin





